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Warping

Verformung eines 3D-Druckteils

Das Warping gehört zu den häufigsten und störendsten Fehlern im 3D-Druck, insbesondere bei Filamentprozessen (FDM) und, in anderer Form, auch bei Pulvertechnologien (SLS/MJF) und Harzdruck (SLA).

Es zeigt sich durch das Anheben der Kanten oder die Verformung des Teils und beeinträchtigt Maße, Haftung und die finale Qualität.

Dieser Leitfaden 2025 erklärt dir einfach:

Was ist Warping?

Warping ist eine unerwünschte Verformung des Teils während des 3D-Druckprozesses.
Es entsteht, wenn das Material ungleichmäßig abkühlt und dadurch innere Spannungen erzeugt werden, die Teile des Modells „hochziehen“ oder verformen.

In der Praxis:
Das Material zieht sich zusammen → die Basis hebt sich → das Teil verzieht sich.

Warping ist besonders deutlich bei Materialien mit hoher thermischer Schrumpfung.

Wann tritt Warping auf?

Warping kann in verschiedenen Phasen auftreten, kommt jedoch besonders häufig vor:

  • In den ersten Schichten
    Weil diese perfekt auf dem Druckbett haften müssen.
  • Bei großen Drucken
    Große Flächen = mehr Schrumpfung = höheres Risiko.
  • Bei hohen Volumina oder dicken Wänden
    Es entstehen starke thermische Gradienten zwischen warmen und kalten Schichten.
  • In unkontrollierten Umgebungen
    Zugluft, niedrige Temperaturen oder zu starke Kühlung erhöhen das Risiko.

Je größer der thermische Gradient im Teil, desto wahrscheinlicher ist Warping.

Warum entsteht Warping? Hauptursachen

Warping wird durch drei physikalische Phänomene verursacht:

  1. Thermischer Schrumpf
    Beim Abkühlen zieht sich das Material zusammen.
    Wenn dies nicht gleichmäßig geschieht → verzieht sich das Teil und hebt sich an.

  2. Unzureichende Haftung auf dem Druckbett
    Wenn die ersten Schichten nicht gut haften, verstärkt der Schrumpf die Verformung.

  3. Zu schnelle Abkühlung der Schichten
    Ein Ventilator oder eine kalte Umgebung kann zu thermischen Schocks führen.

  4. Geometrien mit großen Flächen und scharfen Ecken
    Je größer die Grundfläche, desto stärker die Zugkraft beim Abkühlen.

Welche Materialien sind besonders anfällig für Warping?

Warping tritt häufiger bei Materialien mit hoher thermischer Schrumpfung auf.

Problematischere Materialien

  • ABS → sehr anfällig für Warping

  • Nylon (PA) → hohe Elastizität, aber starke Verformung

  • PETG → weniger als ABS, kann sich aber dennoch lösen

  • PC (Polycarbonat) → großer Temperaturbereich → hohes Risiko

Stabilere Materialien

  • PLA → nahezu immun

  • TPU → flexibel, verzieht sich nicht

  • SLA-Harze → minimale Verformung

  • PA12/PA11 MJF → praktisch kein Warping dank Pulverbett-Sinterung

Warping in den Verschiedenen Drucktechnologien

FDM (Filament)
→ Die technologie mit dem höchsten Risiko.
Warping tritt vor allem in den ersten Schichten und bei großen Teilen auf.

MJF (Pulver)
→ Warping ist stark reduziert:
Das umliegende Pulver hält das Teil während des gesamten Prozesses auf gleichmäßiger Temperatur.

SLA / MSLA (Harz)
→ Sehr selten, aber Verformungen können beim Nachhärten auftreten.

Warping Verhindern: Praktische Lösungen

1. Haftung auf dem Druckbett verbessern

  • Brim oder Raft verwenden

  • Kleber, Haarspray oder Haftspray auftragen

  • Druckbett mit Isopropanol reinigen

  • Heizbett benutzen (50–100°C)

2. Temperatur kontrollieren

  • Drucker schließen (geschlossener Bauraum)

  • Zugluft vermeiden

  • Lüfter in den ersten Schichten reduzieren

3. Design optimieren

  • Ecken abrunden (scharfe Kanten vermeiden)

  • große, flache Oberflächen reduzieren

  • Fasen oder Entlastungsschnitte hinzufügen

4. Richtige Druckeinstellungen

  • Düsentemperatur senken, wenn sie zu hoch ist

  • Betttemperatur erhöhen

  • erste Schichten langsamer drucken

5. Stabilere Materialien verwenden

Wenn Warping kritisch ist, Materialien mit geringerem Schrumpf wählen wie PLA, stabiles PETG oder MJF-Nylon.

Warping im Industriellen 3D-Druck: Warum es fast nicht existiert

Technologien wie MJF reduzieren Warping drastisch durch:

  • beheizte, gleichmäßige Umgebung

  • thermische Unterstützung durch das Pulverbett

  • langsames, kontrolliertes Abkühlen

Daher sind Materialien wie PA12 und PA11 deutlich stabiler als ihre FDM-Varianten.

Wie man ein Verzogenes Teil Korrigiert

Kontrollierte Erwärmung
Einige Materialien (z. B. ABS oder Nylon) lassen sich durch gleichmäßiges Erwärmen und langsames Abkühlen wieder begradigen.

Geometrie anpassen
Kleine Änderungen im Design können das Problem vollständig beseitigen.

Druck mit korrekten Einstellungen wiederholen
Vorbeugung ist immer die beste Lösung.

Fazit

Warping ist eines der häufigsten Probleme im 3D-Druck, aber auch eines der vorhersehbarsten und lösbarsten.
Mit einem Verständnis der Schrumpffysik, der richtigen Materialwahl und geeigneten Druckparametern lässt sich Warping nahezu vollständig vermeiden.

Für professionelle Anwendungen — insbesondere bei PA12/PA11-Nylon, funktionalen Bauteilen oder technischen Prototypen — eliminieren Technologien wie MJF und SLS das Problem fast vollständig und liefern maßlich stabile Teile.

 

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