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Streckgrenze: Elastische Grenze von Werkstoffen
Die Streckgrenze gehört zu den wichtigsten mechanischen Werkstoffeigenschaften in der Ingenieurpraxis.Sie beschreibt die Grenze, ab der ein Werkstoff...
Die Streckgrenze gehört zu den wichtigsten mechanischen Werkstoffeigenschaften in der Ingenieurpraxis.
Sie beschreibt die Grenze, ab der ein Werkstoff eine dauerhafte plastische Verformung erfährt. Ihre Kenntnis ist entscheidend für die Auslegung sicherer, zuverlässiger und langlebiger Bauteile.
Die Streckgrenze (σᵧ) ist die Spannung, bei der ein Werkstoff vom elastischen (reversiblen) in den plastischen (irreversiblen) Verformungsbereich übergeht.
In der Praxis stellt die Streckgrenze die sichere Betriebsgrenze für die meisten tragenden Bauteile dar.
Die Streckgrenze ergibt sich aus:
σᵧ = Fᵧ / A
Dabei gilt:
In der technischen Praxis wird die Streckgrenze durch einen normierten Zugversuch bestimmt:
Für Werkstoffe ohne ausgeprägte Streckgrenze (z. B. viele Aluminiumlegierungen) wird die 0,2-%-Methode verwendet:
Dies ist die industrieweite Standardmethode.
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Die Streckgrenze wird angegeben in:
Die Streckgrenze ist ein zentraler Kennwert, da sie:
In der Konstruktion wird fast immer deutlich unterhalb der Bruchgrenze gearbeitet – mit der Streckgrenze als maßgeblichem Auslegungswert.
Diese beiden Kennwerte dürfen nicht verwechselt werden:
Ein Werkstoff kann:
| Werkstoff | Streckspannung (≈) |
| Aluminium 6061-T6 | ~240 MPa |
| Baustahl S235JR | ~235 MPa |
| Stahl S355J2 | ~355 MPa |
| Edelstahl 1.4301 (AISI 304) | ~215 MPa |
| Titan Ti-6Al-4V | ~880 MPa |
| Nylon PA12 | ~45-50 MPa |
| PLA (3D-Druck) | ~50-60 MPa |
Die Werte hängen von Wärmebehandlung, Fertigungsverfahren und Werkstofforientierung ab.
In der additiven Fertigung wird die Streckgrenze zusätzlich beeinflusst durch:
Beispiele:
Entscheidend ist die Kombination aus Werkstoff UND Prozess, nicht nur der theoretische Kennwert.
In der Konstruktion wird häufig verwendet:
σₐ𝒹ₘ = σᵧ / FS
Dabei gilt:
Dies stellt sicher, dass das Bauteil ausschließlich im elastischen Bereich betrieben wird.
Die Streckgrenze ist der entscheidende Kennwert zur Bestimmung des Übergangs von elastischer zu plastischer Verformung.
Sie ist unverzichtbar für:
Unterhalb der Streckgrenze zu konstruieren bedeutet, sicher zu konstruieren.
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Sie hängt von der Stahlsorte ab:
Dies ist der maßgebliche Referenzwert für die Tragwerksbemessung.
Nein. Einige Werkstoffe (z. B. Aluminiumlegierungen) zeigen keine klar definierte Streckgrenze. In diesen Fällen wird die 0,2-%-Dehngrenze verwendet.
Die erste ist die Auslegungsgrenze, die zweite die Bruchgrenze.
Die Streckgrenze ist die Spannung, ab der ein Werkstoff beginnt, sich dauerhaft plastisch zu verformen. Unterhalb dieses Wertes ist die Verformung elastisch und reversibel.
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